Leistungsdiagnostik
Aufbau der Spiroergometrie zur Erfassung der Lungen und Herzleistung

Ergometrie

Die Ergometrie als Fahrradergometrie ist die am häufigsten durchgeführte Belastungsuntersuchung. Hierbei können EKG-Veränderungen und die geschilderten Beschwerden wie Atemnot oder Brustschmerz in Bezug auf die Belastbarkeit des Herzens und der Lunge analysiert werden. Dabei sollte eine Ausbelastung durch das Erreichen der Ziel-Herzfrequenz oder Wattzahl erreicht werden, sofern keine anderen objektiven Kriterien den vorzeitigen Abbruch der Untersuchung erzwingen. Ihren Haupteinsatz findet die Ergometrie zur Diagnostik von potentiellen Durchblutungsstörungen am Herzen.

Sie ist weiterhin noch fester Bestandteil in der Leitlinie zur Diagnostik des chronischen Koronarsyndroms enthalten. Neben der Beurteilung einer Durchblutungsstörung am Herzen bietet sich die Ergometrie auch zur Diagnostik von belastungsinduzierten Herzrhythmusstörungen und zur Analyse des Blutdruck- bzw. Herzfrequenzverhaltens unter Belastung an.

Aussagen zur Belastbarkeit können zur genaueren Analyse eher mittels der Spiroergometrie durchgeführt werden, bei der zusätzlich das Atemverhalten analysiert wird und gut zwischen einer Herz oder Lungenproblematik unterschieden werden kann.

Hierbei erfolgt ein Fahrradbelastungstest auf einer halbliegenden, kippbaren Fahrradergometerliege unter gleichzeitiger kontinuierlicher Bestimmung der Atemgase. Hierdurch ist die Einschätzung der körperlichen Leistungsfähigkeit möglich. Sie gibt damit weitere Hinweise zur Klärung einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit mit Atemnot unter Belastung.

Spiroergometrie
Auswertung eines Befundes einer Spiroergometrie bei altersentsprechend normaler Herz-und Lungen-Funktion.

Spiroergometrie

Ebenso bietet die Spiroergometrie in der Sportkardiologie die Möglichkeit der Evaluation der maximalen  Leistungsfähigkeit und Erfolgskontrolle des Trainings sowie die Erstellung von Trainingsplänen im Spitzensport. Dies ist jedoch auch bei Patienten mit einer Herzschwäche wichtig. Für Patienten mit Herzschwäche kann als Basistraining  zum Beispiel die Fahrradergometrie mit mindestens 3 Sitzungen/Woche, optimal 5–7 Einheiten über 20–30 min bei 50–60 % der maximalen Herzfrequenz oder bei unzureichendem Anstieg der Herzfrequenz unter Belastung mit 60–70 % der Herzfrequenzreserve ein Training empfohlen werden, welches nachweislich die Belastbarkeit und Herzfunktion verbessert und die  Sterblichkeit reduziert.

Daher sollten nach Meinung der deutschen Fachgesellschaft für Kardiologie (DGK) Patienten mit stabiler Herzschwäche in ärztlicher Absprache ein regelmäßiges Belastungstraining durchführen, um damit ihre körperliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zu verbessern, sowie ihre  Symptome zu vermindern.

Die Spiroergometrie dient auch zur Einteilung des Schweregrades der Limitation des Herzens und ist ein wichtiger Baustein in der Diagnostik und Indikationsstellung zur Kunstherzimplantation und Herztransplantationslistung.

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Beispiel Video einer Spiroergometrischen Untersuchung